Agio und Disagio

Als Disagio bzw. Damnum bezeichnet man den Unterschiedsbetrag zwischen dem erhaltenen Betrag (Auszahlungsbetrag) und dem Rückzahlungsbetrag eines Darlehens. Wenn bei einem Darlehensbetrag von 100.000 Euro ein Disagio von fünf Prozent vereinbart wird, erhält der Kreditnehmer lediglich 95.000 Euro ausbezahlt.

Disagio senkt Sollzins

Im Gegenzug zu den vorausbezahlten 5.000 Euro Zinsen sinkt der Sollzins erheblich, sodass die laufende Zinsbelastung niedriger ist. Zudem ist die Vereinbarung eines Disagios auch steuerlich interessant: Unternehmen können das Disagio meist als Betriebsausgaben sofort von der Steuer absetzen, während das mit dem Darlehen finanzierte Wirtschaftsgut über viele Jahre abgeschrieben werden muss. Bei der Berechnung des Effektivzinses muss das Disagio mit einberechnet werden, sodass ein Kredit mit Disagio auch hinsichtlich der Konditionen mit einem ohne Disagio vergleichbar ist.

Kredit mit Disagio kündigen? Vorsicht!

Problematisch ist der Fall, wenn der Kreditvertrag mit Disagio-Vereinbarung gekündigt wird. Denn oft wird das Disagio nicht oder nicht ganz erstattet, sodass der Effektivzins dramatisch steigen kann. Und ggf. droht eine Steuernachzahlung, wenn das Disagio zum Teil wegfällt. Insofern ist ein Kreditvertrag mit Disagio nur dann sinnvoll, wenn der Vertrag auf jeden Fall durchgehalten werden kann – oder eine Rückerstattung des Disagios vertraglich vereinbart wird.

Agio: Das Gegenstück zum Disagio

Im Gegensatz zum Abschlag, dem Disagio, ist das Agio ein Aufgeld, das meist zusätzlich zu einem Kaufpreis − zum Beispiel von Anleihen oder Aktien − verlangt wird.

Anzeige

Zinsrechner

Sparplanrechner

Kreditrechner

Anzeige
(c) 2015 Mestmedia GbR / esion GmbH      Kontakt | Impressum | AGB & Nutzungsbedingungen | Datenschutz