Hypothekendarlehen

Ein Hypothekendarlehen ist viel mehr als "nur" ein Kredit − die Vereinbarung über eine Hypothek und die Hypothekenzinsen ist eine individuelle Vereinbarung und eine Lösung für eine ganz spezielle Lebenslage. Deshalb gibt es bei klassischen Hypothekendarlehen über den Vergleich der Hypothekenzinsen hinaus einiges zu beachten.

1. Baufinanzierung ohne Eigenkapital?

Eine Hausfinanzierung ohne Eigenkapital ist immer kritisch zu bewerten. Eine solide Baufinanzierung kommt ohne Eigenkapital nicht aus, sie besteht aus mindestens 30 Prozent Eigenkapital – plus Mitteln für die Extrakosten. Eine Baufinanzierung ohne Eigenkapital wird höchstens dann realistisch, wenn die eigene Leistungsfähigkeit realistisch eingeschätzt wird. Dabei sollte man bedenken und kalkulieren, dass lediglich die Lohnkosten wegfallen, das Arbeitsmaterial aber auch bei Eigenleistungen gekauft werden muss. Für eine solide Baufinanzierung ohne Eigenkapital müssen also hohe Ersparnisse bei den Lohnkosten erzielt werden. Damit das realistisch ist, müssen Sie davon ausgehen, dass Sie wahrscheinlich über einen Zeitraum von zwölf bis 24 Monaten Ihren gesamten Urlaub dafür aufwenden müssen, an der eigenen Baustelle zu arbeiten.

2. Baufinanzierung: Bei Vergleich Tilgung berücksichtigen

Wer trotz niedriger Hypothekenzinsen den Tilgungssatz für das Hypothekendarlehen niedrig halten möchte, sollte unbedingt bei der Hypothek eine sogenannte Sondertilgung vereinbaren. Damit lassen Sie sich beim Hypothekendarlehen die Option einräumen, jährlich einen Extra-Betrag zu tilgen. Diese Option kostet meist nichts und gibt Ihnen Gelegenheit, das Annuitätendarlehen auch bei niedriger Tilgungsrate schnellstmöglich zurückzuzahlen. Das hat übrigens einen weiteren Vorteil: Je schneller das Hypothekendarlehen getilgt wird, desto geringer ist die Restschuld bei einer späteren Anschlussfinanzierung – und das zahlt sich vor allem aus, wenn die Hypothekenzinsen bis dahin gestiegen sind!

3. Vorsicht, Falle bei der Hypothek!

Wer ein Haus selber baut oder bauen lässt, läuft Gefahr, wichtige Kosten nicht mit einzukalkulieren. Das gilt selbst dann, wenn eine "schlüsselfertige" Immobilie gekauft wird. Denn die Schlüsselfertigkeit bezieht sich nur auf die Immobilie an sich, nicht aber auf die Kosten, die anfallen, um das Haus mit Gas, Wasser, Strom und Telefon zu versorgen. Und auch laufende Nebenkosten in der Bauphase – zum Beispiel für Baustrom, Wasser oder Versicherungen – müssen meist aus der eigenen Tasche bezahlt werden. Planen Sie für diese Kosten mindestens eine Summe von 6.000 Euro ein, die ggf. über das Hypothekendarlehen mitfinanziert werden kann.

4. Hypothekenzinsen: Es geht nicht immer noch günstiger!

Banken haben zunehmend Probleme, bei den niedrigen Hypothekenzinsen mit klassischen Hypothekendarlehen noch ausreichend Geld zu verdienen. Kein Wunder also, dass Bauherren immer wieder Angebote unterbreitet werden, die mit "grenzwertig" nett umschrieben sind: So werden Hypothekendarlehen mit extrem niedrigen Hypothekenzinsen angeboten, weil die Finanzierung über ausländische Währungen abgewickelt wird oder die Tilgung zunächst einmal im Fonds investiert wird. Solche Hypothekendarlehen sind rundweg abzulehnen, weil sie spekulativ sind und keinesfalls eine Möglichkeit darstellen, eine solide Baufinanzierung mit günstigen Hypothekenzinsen zu ermöglichen.

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