Sparerpauschbetrag und Kapitalerträge

Zinsen und Erträge aus Kapitalanlagen sind in Deutschland grundsätzlich steuerpflichtig. In aller Regel wird die Kapitalertragsteuer fällig, die derzeit bei 25 Prozent zzgl. Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer liegt. Diese Kapitalertragsteuer wird bereits an der Quelle, bei der zinsgebenden Bank, einbehalten und führt dazu, dass Ihre Steuerschuld abgegolten ist – deshalb spricht man auch von Abgeltungssteuer.

Freistellungsauftrag aktiviert Sparerpauschbetrag

Umgehen lässt sich diese Pflicht zur Kapitalertragsteuer bzw. zur Abgeltungssteuer nur durch einen Freistellungsauftrag. Mit ihm machen Sie bereits während des Steuerjahres Ihren Sparerpauschbetrag (auch bekannt als Sparerfreibetrag) geltend. Mit dem werden Zinsen bis zu einer Höhe von 801 Euro für Alleinstehende und 1.602 Euro für zusammenveranlagte Steuerzahler steuerfrei gestellt. Ihren Sparerpauschbetrag können Sie über mehrere Freistellungsaufträge auf verschiedene Geldinstitute verteilen. Allerdings darf auf keinen Fall der Höchstbetrag überschritten werden. Achten Sie deshalb bei der Änderung eines Freistellungsauftrages darauf, auch die anderen Aufträge entsprechend anzupassen, sodass der Sparerpauschbetrag insgesamt nicht überschritten wird.

Kapitalertragsteuer im Jahr der Hochzeit

Im Jahr der Hochzeit gilt übrigens eine erfreuliche Regelung, wenn einer der beiden Ehegatten den Sparerpauschbetrag überschritten hat, beide zusammen aber nicht über 1.602 Euro kommen: Die beim zunächst steuerpflichtigen Ehegatten einbehaltene Abgeltungssteuer wird erstattet. Hat Herr Müller also in diesem Jahr 1.500 Euro Zinserträge, seine im Dezember geheiratete Frau aber keine Zinseinkünfte, zahlen die beiden gemeinsam keine Kapitalertragsteuer, und eine eventuell einbehaltene Abgeltungssteuer von Herrn Müller bekommt das Ehepaar Müller bei einer gemeinsamen Veranlagung erstattet.

Sparerfreibetrag clever einsetzen

Auch Kinder haben einen eigenen Sparerpauschbetrag. Das bedeutet, dass die Kapitalerträge aus Konten und Depots, die auf ihren Namen lauten und eindeutig ihnen steuerlich zuzurechnen sind, bis zur Höhe der Sparerpauschbeträge steuerfrei bleiben. Entsprechend können Kinder natürlich auch Freistellungsaufträge erteilen, was in aller Regel bei minderjährigen Kindern die Eltern erledigen. Über den Sparerpauschbetrag hinaus haben Kinder ohne eigenes Einkommen die Möglichkeit, den Grundfreibetrag auszuschöpfen, sodass deutlich höhere Zinsen als die durch den Sparerpauschbetrag in Höhe von 801 Euro freigestellten Zinsen steuerfrei bleiben können. Am einfachsten geschieht dies mit einer sogenannten Nichtveranlagungsbescheinigung.

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