Thesaurierung

Beim Fondssparen werden die Erträge nicht nur dadurch erwirtschaftet, dass der Wert der Fondsanteile ansteigt, weil die dem Fonds zugrunde liegenden Aktien und Wertpapiere selbst an Wert gewinnen. Gleichzeitig erwirtschaften die im Fonds befindlichen Papiere Erträge durch Zinsen oder Dividenden. Investmentfonds zahlen diese Erträge entweder separat aus oder legen sie als thesaurierende Fonds wieder an, weil dadurch der Wert der Fondsanteile weiter steigt – ein Zinseszinseffekt bei Investmentfonds also. Das Problem bei der Thesaurierung ist aber die steuerliche Behandlung dieser thesaurierten Erträge. Denn bei thesaurierenden Fonds gelten die Erträge mit Ablauf des Kalenderjahres Ihnen als Anleger fiktiv zugeflossen und müssen demnach versteuert werden.

Inlands- oder Auslandsfonds: Komplizierte Thesaurierung

Für die steuerliche Behandlung der Erträge bei thesaurierenden Fonds muss unterschieden werden zwischen Inlands- und Auslandsfonds. Bei den Inlandsfonds wird auf die Erträge die Abgeltungssteuer von der Fondsgesellschaft abgeführt. Was nach Abzug von Steuern übrig bleibt, wandert in das Fondsvermögen. Für Sie bedeutet das: Ihre Steuerpflicht wird quasi von der Fondsgesellschaft übernommen. Anders sieht es bei thesaurierenden Auslandsfonds aus: Hier wird keine Abgeltungssteuer einbehalten, sodass Sie selbst die Erträge in Ihrer Steuererklärung angeben müssen. Das Problem: Viele Anleger wissen gar nicht, welche Erträge ihnen zugeflossen sind, weil sie eben nicht ausgezahlt werden. Gleichzeitig wird bei einem Verkauf der Anteile von der Fondsgesellschaft die gesamte Abgeltungssteuer auf den Veräußerungserlös einbehalten. Mit anderen Worten: Der Staat kassiert doppelt – einmal über die Abgeltungssteuer bei den Erträgen und dann noch einmal über die Abgeltungssteuer beim Verkauf, weil der Erlös ebenfalls die wieder angelegten Erträge beinhaltet.

Thesaurierung: Doppelbesteuerung korrigieren lassen

Natürlich müssen Sie diese Doppelbesteuerung durch die Thesaurierung nicht hinnehmen. Bei einem Verkauf von Fondsanteilen, bei denen wieder angelegte Erträge bereits versteuert wurden, dürfen Sie die bereits gezahlte Abgeltungssteuer anrechnen lassen. Dafür listen Sie neben dem Veräußerungsgewinn alle getätigten Steuerzahlungen auf die Erträge auf. Die Abgeltungssteuer zahlen Sie dann nur auf den verbleibenden Differenzbetrag. Sie müssen jedoch die auf die Erträge bereits gezahlte Abgeltungssteuer nachweisen – lassen Sie sich deshalb unbedingt von der depotführenden Bank bestätigen, welche Erträge wann und in welcher Höhe besteuert wurden.

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